Ausgemerzt – Zur erneuten Niederlage von Friedrich Merz

1. Keine Überraschung

2. Armin Laschet hatte im ersten Wahlgang weniger Stimmen als Friedrich Merz. Die CDU hat also nicht für Laschet, sondern gegen Friedrich Merz gewählt und somit gegen eine konservativere CDU

3. Die CDU hat (nicht zum ersten Mal) gegen ihre eigenen Mitglieder abgestimmt, die sich in unverbindlichen Mitgliederbefragungen mit zum Teil großen Mehrheiten für Friedrich Merz ausgesprochen hatten.

4. Mit der Wahl von Armin Laschet ist die Kanzlerfrage noch nicht entschieden, allerdings erscheint es mehr als unrealistisch, Merz jetzt noch irgendwelche Chancen einzuräumen

5. Armin Laschet ist ein intelligenter Machtpolitiker. Er wird nun nicht zum Rundumschlag gegen die letzten Konservativen in der Union ausholen, sondern versuchen, Friedrich Merz und seine Leute einzubinden – zum Beispiel mit einem Ministeramt

6. Sofern Friedrich Merz noch einen Funken Selbstachtung hat, sollte er ein solches Angebot ablehnen

7. Für die WerteUnion gibt es nun auf lange Sicht keine Möglichkeit, gestaltend auf die Partei einzuwirken oder auch nur von ihr als legitime Interessenvertretung anerkannt zu werden. Wahrscheinlich ist, dass einige Mitglieder der WU die Partei nun verlassen werden. Und sicher ist, dass die CDU das nicht im Geringsten stören würde.

8. Für die CDU ist die Wahl von Laschet tatsächlich eine prima Sache, denn sie steht für Kontinuität und innerparteiliche Homogenität und sorgt somit auch für eine stabile Wählerbasis. Die Wahl Merz hätte dagegen eine Polarisierung zur Folge gehabt.

9. Was gut für die CDU ist, ist nicht unbedingt gut für unser Land.

Über KD Hoffmann

Dr. Karsten D. Hoffmann: Politikwissenschaftler, Autor, Hamburg-Bremen, konservativ und Spaß dabei

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